Steuerreform 2026 und neue Krank-Regeln: Das müsst ihr als getrennte Eltern jetzt wissen

Steuerreform 2026 und neue Krank-Regeln: Das müsst ihr als getrennte Eltern jetzt wissen

Veröffentlicht am Juli 4, 2026
Steuerreform 2026 und neue Krank-Regeln: Das müsst ihr als getrennte Eltern jetzt wissen

Letzte Woche haben die Regierungsparteien im Koalitionsausschuss weitreichende Beschlüsse gefasst. Neben einem großen Steuerpaket mit Entlastungen in Milliardenhöhe gab es auch handfeste Änderungen im Arbeitsrecht. Für Familien ändert sich einiges – doch gerade für getrennte Eltern im Wechsel- oder Residenzmodell haben diese Beschlüsse eine ganz eigene Dynamik, die über das reine Finanzielle hinausgeht.

Hier ist der Überblick, was auf euch zukommt und wo ihr euch als Co-Eltern bald neu abstimmen müsst.

1. Der Organisations-Stresstest: Krankschreibung ab Tag 1

Das ist die Änderung, die wir im Familienalltag am schnellsten spüren werden: Die bequeme telefonische Krankschreibung wird abgeschafft und das ärztliche Attest wird künftig zwingend ab dem ersten Krankheitstag Pflicht.

Was das für getrennte Eltern heißt: Wenn das Kind am Morgen eines Übergabetages mit Fieber aufwacht, gibt es künftig kein „Wir warten mal einen Tag ab und kurieren aus“ mehr, sofern ein Elternteil sich auf der Arbeit „kindkrank“ melden muss. Es muss sofort und physisch ein Arzt aufgesucht werden.

Das erfordert lückenlose und vor allem schnelle Kommunikation. Wer hat heute die berufliche Flexibilität für das Wartezimmer? Wer informiert die Schule? Unser Tipp: Klärt solche Notfall-Szenarien am besten jetzt schon präventiv. Wenn klar ist, wer bei ungeplanten Arztbesuchen einspringt, nimmt das enormen Druck aus den ohnehin schon stressigen Morgenstunden.

2. Mehr Geld, neues Rechnen: Kindergeld und Freibeträge

Finanziell gibt es gute Nachrichten: Familien sollen durch die Reform spürbar entlastet werden. Der Grund- und Kinderfreibetrag steigt, und die Grenze für den Spitzensteuersatz wird nach oben verschoben.

Die Kindergeld-Erhöhung: Das Kindergeld steigt in zwei Stufen von bisher 259 Euro auf 272 Euro pro Kind (bis 2028).

Achtung beim Unterhalt: Wer Barunterhalt zahlt oder empfängt, muss hier genau hinsehen. Das Kindergeld wird in der Regel hälftig auf den Unterhaltsbedarf des Kindes angerechnet. Eine Erhöhung des Kindergeldes bedeutet faktisch immer, dass die monatlichen Zahlbeträge zwischen den Eltern neu berechnet und angepasst werden müssen. Sprecht das Thema proaktiv an, damit es bei der Umstellung nicht zu Missverständnissen bei den Daueraufträgen kommt.

3. Minijobs und Care-Arbeit

Viele Elternteile, die den Hauptteil der Betreuung stemmen, arbeiten in Teilzeit oder stocken mit Minijobs auf, um Familie und Job zeitlich unter einen Hut zu bekommen. Hier gibt es eine wichtige Änderung für den Arbeitsmarkt: Die Pauschalsteuer für Arbeitgeber bei Minijobs steigt von 2 % auf 5 %.

Für Arbeitgeber wird das Modell dadurch potenziell etwas unattraktiver. Wer aktuell einen Minijob sucht oder seine Stunden flexibel um die Betreuungszeiten herum anpassen möchte, sollte im Hinterkopf behalten, dass Unternehmen hier künftig genauer rechnen werden.

Fazit: Kommunikation ist der beste Puffer

Die meisten dieser steuerlichen Änderungen sollen zum 1. Januar 2027 greifen, die arbeitsrechtlichen Vorgaben teils schon früher. Das gibt uns noch ein wenig Vorlauf. Nutzt diese Zeit, um euch zusammenzusetzen. Wie handhaben wir künftig den Arztbesuch an Tag 1? Wie passen wir die Finanzen an? Je klarer die Spielregeln zwischen euch vorab sind, desto weniger Stress entsteht, wenn der Alltag zuschlägt.

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