Sommerferien ohne Pause? Warum Alleinerziehende jetzt besonders auf sich achten sollten

Sommerferien ohne Pause? Warum Alleinerziehende jetzt besonders auf sich achten sollten

Veröffentlicht am Juli 1, 2026
Sommerferien ohne Pause? Warum Alleinerziehende jetzt besonders auf sich achten sollten

Sechs Wochen Sommerferien. Für Schulkinder ist es unbestritten die schönste Zeit des Jahres – endlose Tage voller Eiscreme, Freibadbesuche und Freiheit, ganz ohne Wecker und Hausaufgaben. Doch für viele Alleinerziehende löst das Herannahen der großen Ferien ganz andere Gefühle aus. Statt Vorfreude auf Erholung gleicht die Urlaubszeit oft einem logistischen Mount Everest. Wer kümmert sich um die Betreuung, wenn Hort und Kita wochenlang schließen? Wie lässt sich das mit den Anforderungen im Job vereinbaren? Und wie bezahlt man eigentlich all die teuren Ferienfreizeiten?

Während Familien mit zwei Elternteilen sich die Betreuungszeit und den mentalen Stress aufteilen können, tragen Alleinerziehende die Last der Planung meist komplett allein. Studien zeigen erschreckende, aber wenig überraschende Zahlen: Alleinerziehende sind im Alltag ohnehin schon besonders häufig von chronischer Erschöpfung und Burnout betroffen. Die Ferienzeit kann diese Belastung noch einmal massiv verstärken, wenn das gewohnte Netz aus Schule, Kita und Alltagstrott wegbricht und keine klaren Entlastungsstrukturen greifen.

Damit der Sommer nicht im totalen Erschöpfungszustand endet, ist es jetzt entscheidend, die Reißleine zu ziehen. Hier sind die wichtigsten Überlebensstrategien für die kommenden Wochen:

  1. Verabschiede dich vom Perfektionismus und nimm deine Bedürfnisse ernst Der wichtigste Tipp klingt in der Theorie simpel, ist in der Praxis für viele aber die größte Hürde: Nimm deine eigenen Bedürfnisse genauso ernst wie die deiner Kinder. In den Ferien muss nicht jeden Tag ein spektakulärer Ausflug in den Freizeitpark oder an den See stattfinden. Auch ein Picknick im heimischen Wohnzimmer oder ein Nachmittag mit Hörspielen auf dem Balkon sind für Kinder tolle Ferienerlebnisse. Schraube die eigenen Erwartungen herunter. Der Haushalt darf in diesen Wochen ruhig mal liegen bleiben. Plane aktiv Pausen ein – und seien es nur 15 Minuten mit einem Kaffee, in denen du bewusst durchatmest.
  2. Gemeinsam statt einsam: Bilde ein Betreuungs-Tandem Du bist nicht die einzige Person, die mit diesem Problem kämpft. Schau dich in deinem Umfeld um: Gibt es in der Nachbarschaft, auf dem Spielplatz oder in der Klasse deines Kindes andere Alleinerziehende? Schließt euch zusammen! Ein Betreuungs-Tandem kann Wunder wirken. Ihr könnt euch tageweise oder an bestimmten Nachmittagen abwechseln. So hat dein Kind Spielbesuch, und du gewinnst plötzlich drei bis vier Stunden wertvolle Zeit am Stück – um in Ruhe zu arbeiten, Einkäufe zu erledigen oder einfach mal die Augen zuzumachen.
  3. Die kinderfreie Zeit gehört dir – und zwar ohne schlechtes Gewissen Wenn die Kinder ihre Ferienzeit beim anderen Elternteil oder bei den Großeltern verbringen, tappen viele Alleinerziehende in eine gefährliche Falle: Sie nutzen diese seltene, freie Zeit ausschließlich für den Großputz, das Abarbeiten von Steuererklärungen oder Überstunden im Job. Hinzu kommt oft das trügerische schlechte Gewissen, die Zeit ohne Kind zu „genießen“. Stopp! Nutze diese Phasen ganz bewusst für dich. Lade deine eigenen Batterien auf. Triff Freunde, schlafe aus, lies ein Buch oder starre einfach nur an die Decke. Diese Regeneration ist kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit.
  4. Hol dir externe Hilfe: Du musst das nicht alleine stemmen Viele Alleinerziehende scheuen sich davor, Hilfe anzunehmen. Doch es gibt sie! Informiere dich über lokale Angebote. Beratungsstellen, Familienzentren, das lokale Mütterzentrum oder der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) bieten in vielen Städten großartige Unterstützung an. Oft gibt es dort vergünstigte oder sogar kostenlose Ferienbetreuungen, Spielmobile oder gemeinsame Ausflüge. Auch Jugendämter geben oft Ferienpässe heraus, die stark reduzierte Eintrittspreise für Schwimmbäder und Museen ermöglichen oder subventionierte Feriencamps vermitteln.

Fazit: Selbstfürsorge ist keine Schwäche Sich um sich selbst zu kümmern, hat nichts mit Egoismus zu tun. Es gilt das Prinzip aus dem Flugzeug: Zieh zuerst dir selbst die Sauerstoffmaske an, bevor du anderen hilfst. Du kannst deinem Kind nur dann eine entspannte und fröhliche Ferienzeit bieten, wenn du selbst nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehst. Deine körperliche und mentale Gesundheit ist das Fundament deiner kleinen Familie. Schütze es gut – besonders im Sommer!

Quelle

Interessiert an weiteren Details?

Dieser Beitrag enthält Verweise auf externe Berichterstattung. Besuche die Originalquelle für den vollen Umfang.

Teilen

News teilen

Teile diese Nachricht schnell und unkompliziert mit deinen Freunden über WhatsApp.

Leave a Reply