KiMoG-Reform: Juristinnenbund warnt vor automatischer gemeinsamer Sorge – was der Streit um den Gesetzentwurf für Trennungseltern bedeutet

KiMoG-Reform: Juristinnenbund warnt vor automatischer gemeinsamer Sorge – was der Streit um den Gesetzentwurf für Trennungseltern bedeutet

Veröffentlicht am Juli 11, 2026
KiMoG-Reform: Juristinnenbund warnt vor automatischer gemeinsamer Sorge – was der Streit um den Gesetzentwurf für Trennungseltern bedeutet

Die Frist ist abgelaufen: Bis zum 10. Juli 2026 konnten Verbände zum Referentenentwurf des Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetzes (KiMoG) Stellung nehmen – der größten Reform des Sorge- und Umgangsrechts seit Jahrzehnten. Der Deutsche Juristinnenbund (djb) hat pünktlich zum Fristende eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht. Sein Fazit: Die Modernisierung ist überfällig und in vielen Punkten gelungen, doch an zentralen Stellen fordert der Verband Korrekturen.

Ausdrücklich begrüßt der djb, dass der Entwurf erstmals ein Gesamtkonzept zum Schutz vor häuslicher Gewalt in Sorge- und Umgangsverfahren enthält. Ihm geht es aber nicht weit genug: Wo ein Elternteil Gewalt gegen den anderen ausgeübt hat, soll nach Ansicht des djb nicht länger die Regelvermutung gelten, dass Kontakt zu beiden Eltern dem Kindeswohl dient. Kritisch sieht der Verband außerdem die geplante automatische gemeinsame Sorge für unverheiratete Eltern: Künftig soll die Vaterschaftsanerkennung genügen, sofern die Mutter nicht binnen eines Monats widerspricht. Auch vor der Stärkung rein genetischer Elternschaft (‚leibliche Elternteile‘) und einem neuen Auskunftsanspruch des Kindes über seine Abstammung warnt der djb.

Was heißt das für euch als Trennungseltern? Noch ändert sich nichts – der Entwurf ist kein geltendes Recht. Das Justizministerium wertet jetzt die Stellungnahmen aus, mit der Befassung im Bundestag wird frühestens im Herbst 2026 gerechnet. Klar ist aber die Richtung: mehr Mitwirkungsrechte für Kinder ab 14, leichtere gemeinsame Sorge und rechtlich abgesicherte Vereinbarungen zu Betreuung und Umgang. Gerade solche Vereinbarungen leben davon, dass der Alltag verlässlich organisiert ist – ein gemeinsam geführter Kalender mit fester Ferien- und Umgangsplanung, wie ihr ihn in CoParently anlegen könnt, schafft dafür schon heute die Grundlage. Wir halten euch über den weiteren Verlauf der Reform auf dem Laufenden.

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